Es war unglaublich spannend, Teil dieses Prozesses der Zusammenführung und Verbreitung des Erasmus+-Projekts DigiTrans zu sein. Zwei informative und hörenswerte Podcast-Folgen wurden aufgenommen – sie sind ab sofort auf unserem Youtube-Kanal und auf der Website verfügbar!
Einer der Podcasts ist ein Interview mit Dr. Rita Zarbo, mittlerweile Wissenschaftlerin an der Universität Enna-Kore in Italien, geführt von Lindsay M. Williams, Mitglied des italienischen Projektteams.
👉https://www.youtube.com/watch?v=tNgomnlysaE
Mit großer Begeisterung schildert sie ihre Erfahrungen mit der Anwendung der Roundabout-Methodik in Sizilien, Italien. Dr. Zarbo berichtet von ihrer Arbeit mit zwei sehr unterschiedlichen Klientinnen: einer Universitätsstudentin, die Schwierigkeiten im Umgang mit digitalen Tools für ihre Abschlussarbeit hatte, und einer jungen Mutter, die sich mithilfe digitaler Kompetenzen zu Schulassistentin weiterqualifizieren wollte.
Aus ihrer Sicht liegt eine der größten Stärken der Methode in ihrer klaren und gut definierten Struktur. Diese gibt sowohl der beratenden Person als auch der Klientin bzw. dem Klienten Orientierung, ermöglicht Reflexion, die Anpassung des Weges und hilft dabei, den Fokus auf individuelle Ziele zu bewahren. Darüber hinaus betont Dr. Zarbo die Bedeutung der Unterstützung durch ein Netzwerk von Akteur:innen – Fachkräfte, Gleichgesinnte und Bildungseinrichtungen. Dieses Netzwerk macht den Prozess nicht nur wirksamer, sondern auch menschlicher und motivierender, da sich die Klient:innen unterstützt und wertgeschätzt fühlen.
Abschließend hebt Dr. Zarbo hervor, wie die Methode dabei hilft, digitale Kompetenzen nicht nur als rein technische Fähigkeiten zu sehen, sondern als Teil eines umfassenderen Prozesses persönlicher und beruflicher Übergänge. Aus wissenschaftlicher Sicht findet sie es besonders interessant zu untersuchen, wie sich Berater:innen durch diesen Ansatz weiterentwickeln – und welchen Gesamteinfluss die Methode aus den verschiedenen beteiligten Perspektiven heraus entfalten kann.
Der zweite Podcast ist ein Gespräch zwischen Jenny Schulz, Mitglied des deutschen Projektteams, und Dr. Matthias Zick-Varul, mittlerweile Professor für Soziologie und Soziale Arbeit an der IU Internationalen Hochschule in Stuttgart
👉https://www.youtube.com/watch?v=dsYRDh1W3tc
Im Podcast wird ein konkreter Fall vorgestellt: Frau Kazem, eine alleinerziehende Mutter irakischer Herkunft, die als Schulassistentin arbeiten möchte. Dank des neuen Ansatzes konnte ihr Bildungsweg individuell gestaltet werden – durch die direkte Einbindung eines Arbeitgebers und eines Bildungsträgers. Das Projekt ermöglichte es, den Prozess zu beschleunigen, die Wirksamkeit von Maßnahmen zu steigern und die Gesamtqualität des Beratungsprozesses deutlich zu verbessern.
Jenny Schulz, Mitglied des deutschen Projektteams, betont den Mehrwert der Roundabout-Methode im Vergleich zu traditionellen Ansätzen. Aus ihrer Sicht macht die frühzeitige Einbindung mehrerer Akteur:innen den Beratungsprozess effizienter, zielgerichteter und besser an individuelle Bedürfnisse anpassbar. Sie räumt ein, dass die Methode anfangs mehr Zeit und Ressourcen erfordert, sieht darin jedoch eine lohnende Investition: Sie ermöglicht direkte Rückmeldungen, erleichtert den Zugang zu spezifischen Informationen und unterstützt die Entwicklung von Bildungswegen, die besser auf die tatsächlichen Anforderungen des Arbeitsmarktes abgestimmt sind. Jenny gibt zu, dass es in der Anfangsphase gewisse Widerstände gab, ist aber überzeugt, dass die Methode, einmal etabliert, die Qualität der Beratungsarbeit deutlich verbessern kann.
Dr. Matthias Zick-Varul, einer der Initiatoren des Projekts, der selbst nicht an der praktischen Umsetzung beteiligt war, zeigt sich im Gespräch neugierig auf die Ergebnisse – und gleichzeitig sehr zufrieden mit dem Erreichten. Aus seiner eigenen Erfahrung als Berufsberater hebt er hervor, wie die Methode den gesamten Prozess nachhaltiger und individueller gestaltet. Besonders schätzt er die Flexibilität des Modells, das sich unterschiedlichen Kontexten anpassen und wirksam auf die Komplexität des digitalen Arbeitsmarkts reagieren kann. Dr. Zick-Varul erkennt die Herausforderungen bei der Implementierung an, ist jedoch überzeugt, dass die Methode mit entsprechendem Training zu einem wertvollen und langfristig einsetzbaren Instrument für die Zukunft der Berufsberatung in Europa werden kann.
